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Stadtbibliothek Winterthur

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Hightechbibliothek in mittelalterlichen Mauern.

Als absoluter Vorreiter in der Branche, entschied sich die Stadtbibliothek Winterthur bereits 1997 als Pilotbibliothek für die Installation eines RFID-Systems zu fungieren.

Dr. Rolf Weiss, bis Juni 2004 Bibliotheksleiter, berichtete in der deutschen Fachzeitschrift BuB des Berufsverbandes Information Bibliothek ausführlich über den umfassenden Umbau des historischen Gebäudes und der technischen Modernisierung durch den Einsatz des BiblioChip-Systems. Die Bibliothek arbeitet mit der Bibliothekssoftware von OCLC.

(…) Bereits ein Jahr ist sie in Betrieb, die neue Stadtbibliothek am Kirchplatz in Winterthur, und schon ist sie zum Publikumsrenner geworden. Am 5. Juli 2003, gerade noch kurz vor den Sommerferien, hat sie ihre Tore geöffnet und vereinigt auf acht Stockwerken die aktuellsten Bestände der Stadtbibliothek, der Bibliothek Altstadt und der ehemaligen Gewerbebibliothek.

Mit rund 200000 Büchern und speziellen Medien auf rund 3000 m2 gehört sie zu den großen, thematisch geordneten Freihandbibliotheken der Schweiz. Mitten in der Winterthurer Altstadt ist damit in den beiden erneuerten Liegenschaften "Blumengarten" und "Tösserhaus" ein zeitgemäßes Informations- und Begegnungszentrum entstanden, das durch sein vielseitiges Angebot und den besonderen Charme von moderner Architektur in mittelalterlichem Mauerwerk alle in ihren Bann zieht. Entsprechend stieg die Nutzung der Stadtbibliothek seit der Eröffnung um rund 35 Prozent. Monatlich leihen 30000 Besucherinnen und Besucher über 63000 Medien aus; dies entspricht einer Jahresausleihe von rund 760000 Einheiten. (…)

Mehr Leistung mit weniger Personal dank RFID-Technologie

Für den Betrieb der neuen Stadtbibliothek waren beinahe unlösbare Probleme vorprogrammiert, musste doch das neue, achtstöckige Haus mit seinen zusätzlichen Angeboten und den Anlaufstellen an den Info-Desks mit einem um zwei Stellen reduzierten Personalbestand betrieben werden. Da dies mit einem traditionellen Ausleihbetrieb nicht möglich war, mussten Möglichkeiten einer umfassenden Automatisierung gefunden werden. Eine überzeugende Lösung bot die neue Technik der Radiofrequenzidentifikation (RFID), wie sie die Firma Bibliotheca RFID Library Systems AG anbot. (…)

Für die täglich rund 1200 Besucherinnen und Besucher und die 2700 Ausleihvorgänge stehen im Erdgeschoss vier Selbstverbucher zur Verfügung. (…) Noch einfacher ist die Medienrückgabe mit den vier RFID gesteuerten Bibliomaten. (…) Bei einer so großen Ausleihfrequenz ist zur Entlastung des Personals eine Sortieranlage empfehlenswert. Die Bibliomaten stehen im Vorraum der Stadtbibliothek, der mit der elektronischen Bibliothekskarte wie der Bancomat-Schalter einer Bank auch außerhalb der Öffnungszeiten geöffnet werden kann. Eine Rückgabe ist damit rund um die Uhr sowie an Fest- und Feiertagen möglich.

Einführung und Akzeptanz der RFID-Automaten

Noch heute ist die RFID-Anlage mit Selbstverbuchungs- und Rückgabeautomaten eine europäische Pilotanlage. Als der Anschaffungsentscheid 1999 fiel, gab es nur eine Laborinstallation der Verwaltungsplätze und des Selbstverbuchers. Der Bibliomat wurde erst später für die Stadtbibliothek Winterthur entwickelt. Auch wenn im ersten Betriebsjahr vieles noch optimiert werden musste und auch heute noch Optimierungen nötig sind, sicher ist, dass die Stadtbibliothek Winterthur ohne die RFID-Automaten nicht funktionieren könnte. Es ist daher unumgänglich, dass die Automaten konsequent benutzt werden.

In der Stadtbibliothek Winterthur gibt es daher grundsätzlich keine Schalterausleihe mehr; Benutzerinnen und Benutzer können nicht zwischen Automaten- oder Schalterausleihe wählen. Der Benutzungsdienst bucht nur noch reservierte Medien oder nicht zugängliche Magazinbestände aus. Das hat zur Folge, dass im Gegensatz zu anderen RFID-Bibliotheken nicht lediglich 40 Prozent bis 50 Prozent der Ausleih- und Rückgabevorgänge über die Automaten verbucht werden, sondern über 95 Prozent. Um dies zu erreichen war während der ersten Betriebsmonate eine intensive Benutzerschulung nötig. Drei Bibliotheksangestellte standen während der gesamten Öffnungszeit neben den Automaten und unterstützten die Kundschaft. Heute sind sich alle an die zukunftsorientierte Infrastruktur gewöhnt und gewöhnt sind sie sich auch daran, dass man in Winterthur nicht mehr Schlange stehen muss.

Und wenn es doch einmal nicht so will, wie man dachte oder wie es sollte, hat das Personal des Benutzungsdienstes Zeit für eine individuelle Problemlösung, die Hilfe bei der Mediensuche, oder auch die Unterstützung bei der Ausleihe für neue oder ungeübte Benutzerinnen und Benutzer; dies aber ebenfalls als Demo an den Automaten und nicht mehr am Ausleihdesk, das es in dieser Form ja gar nicht mehr gibt.

(Auszüge entnommen aus BuB, Heft 9 vom 2. September 2004 mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.
Siehe auch www.b-u-b.de.
Fotos © Stadtbibliothek Winterthur)

Den vollständigen Bericht lesen Sie im PDF-Download. Weitere Infos unter www.bibliotheken.winterthur.ch.