- Was sind die Vorteile eines RFID-Systems?
Die Selbstbedienung des Kunden verlagert Routinearbeiten wie Ausleihe, Rückgabe und Kontoverlängerung auf den Besucher. Der Kundenservice wird verbessert, da Warteschlangen bei der Ausleihe/Rückgabe passé sind, der Besucher unabhängig von den Öffnungszeiten seine Medien zurück geben kann, zahlreiche Bibliotheksabläufe vereinfacht werden und mehr Zeit für Beratung vorhanden ist. Die Inventarisierung erfolgt einfach und schnell, so dass die Ordnung in den Regalen mühelos aufrecht erhalten werden kann. Die Sicherheit aller Medien ist gewährleistet. Die Automatisierung spart Zeit und entlastet Mitarbeiter von eintönigen Routinetätigkeiten. Die Bibliotheksmitarbeiter haben mehr Zeit für ihre Kunden.
Bei der Ausleihe und Rückgabe bietet das System dem Benutzer höchste Diskretion. - Können alle Medien mit RFID-Etiketten ausgestattet werden?
Ja. Kreditkartengroße Book/Video-Labels eignen sich ideal für Bücher, Zeitschriften, Noten, Medienpakete und AV-Medien (außer CDs, DVDs). Das RingLabel sowie die Complete Solution sichern alle Formen von CDs und DVDs.
- Wie viel Zeit spart die Verbuchung mit RFID?
Schon bei einer Thekenverbuchung durch Mitarbeiter ist die Medienzirkulation mit RFID im Vergleich zu herkömmlichen Barcode-Systemen um 25 bis 75 Prozent schneller, da die Medien ohne manuelles Scannen in einem einzigen Vorgang stapelweise verbucht werden können.
- Wie viele Etiketten können bei einer Umstellung auf RFID an einem Tag konvertiert werden?
Mit dem Einsatz des BiblioMobile Converters können im Schnitt 2.000 Etiketten pro Arbeitstag unmittelbar am Regal konvertiert werden.
Im optimalen Fall arbeiten zwei Personen zusammen an einer Konvertierstation, um sich das Bereitstellen bzw. Zurücksortieren der Medien und das Konvertieren selbst aufzuteilen. Theoretisch können zwei Konvertierstationen einen Bestand von 160.000 Medien in acht Wochen umstellen. In der Praxis wird meist bei laufendem Bibliotheksbetrieb konvertiert. - Warum beschränken die meisten Bibliotheken die Stapelverbuchung auf maximal fünf Medien?
Die Beschränkung auf fünf Medien dient der Übersichtlichkeit bei der Ausleihe. Wird während der Ausleihe ein Medium als nicht verbuchbar gelistet, hat der Benutzer einen überschaubaren Medienstapel, um das entsprechende Medium herauszusuchen.
Das BiblioChip RFID-System gibt keine Beschränkung auf eine bestimmte Medienzahl bei der Stapelverbuchung vor. - Welche Informationen sind auf den Chips gespeichert?
Unabhängig von den Daten gemäß des Dänischen Datenmodells wird das Speichern der Bibliothekskennung und bisweilen auch der bisherigen Barcodenummer (Item oder Medien ID) praktiziert. Zusätzlich können optional Buchtitel, Autor, Anzahl der Bestandteile bei Medienpaketen, Standort und weitere Sachinformationen auf den Chips hinterlegt werden. Alle Daten werden kodiert gespeichert.
Generell gibt es keine Beschränkung bezüglich Datenart und Datenmenge: Bibliotheca kann jegliche Daten gemäß den Wünschen der Bibliothek auf den Chips ablegen.Benutzerdaten oder Ausleihvorgänge werden in keinem Fall auf dem Chip gespeichert. Das direkte Zuordnen von Medien und Benutzer via RFID-Chip ist somit nicht möglich.
- Ist der Datenschutz sicher gestellt?
Ja. Alle Daten auf den Chips sind kodiert gespeichert und können nur mit dem passenden Reader, der gleichen Frequenz und mit der richtigen Leseentfernung ausgelesen werden.
Wie bisher auch, findet die Benutzerkontoverwaltung unberührt von RFID in der bibliotheksinternen Datenbank statt, so dass der Datenschutz wie bei allen anderen Bibliothekssystemen gewährleistet ist.
Personenbezogene Daten oder Ausleihvorgänge werden nicht auf den Chips gespeichert. Das direkte Zuordnen von Medien und Benutzer via RFID-Chips ist somit nicht möglich. - Welche Schnittstellenprotokolle gibt es?
Das BiblioChip RFID-System unterstützt SIP2, NCIP, SLNP, Z3950 und ABC (Automated Book Circulation). Eine aktuelle Übersicht über die bereits realisierten Schnittstellen-Anbindungen befindet sich unter 'Technologie/Bibliothekssoftware'.
- Mit welchen Chipherstellern arbeitet Bibliotheca zusammen?
In der Regel werden unsere Transponder mit RFID-Chips von Philips oder Infineon bestückt, da diese dem neusten Stand der Technik und allen bekannten Standards entsprechen.
- Welche Standards erfüllt das BiblioChip RFID-System?
Hinsichtlich Frequenz und Sendeleistung werden die Standards FCC und CE erfüllt.
Die Kommunikation entspricht den ISO 15693, ISO 18000-3 und für die ID-Cards den ISO 14443-Richtlinien.Das BiblioChip RFID-System ist eine nicht-proprietäre, offene RFID-Lösung, die die Unabhängigkeit von bestimmten Herstellern und Lieferanten unterstützt. Unsere Chips sind ISO 15693 kompatibel. Das ist der maßgebliche Standard für eine schnelle und sichere Kommunikation zwischen Transponder und Lesegerät. Alle RFID-Komponenten von Bibliotheca erfüllen diesen Standard. Bei Aktualisierungen von Hard- und Software, sind unsere RFID-Chips stets kompatibel.
Die Kommunikation zur bibliotheksinternen Datenbank basiert auf standardisierten SIP/NCIP- oder vergleichbaren Schnittstellenprotokollen. Die Datenspeicherung liegt dem verwendeten Dänischen Datenmodell zugrunde, das der Internationalen Zertifizierungsbehörde zur Bestätigung einer ISO-Konformität bereits vorliegt. - Was ist das Dänische Datenmodell?
Das Dänische Datenmodell dient der Vereinheitlichung, wie RFID-Chips formatiert werden und wie Daten auf den Chips gespeichert werden. Damit ist gewährleistet, dass Bibliotheken beim Wechseln des RFID-Anbieters oder der RFID-Labels keine neuen Chips kaufen müssen.
Bibliotheca ist Mitglied der Kommission, die in Europa Standards setzt. Bibliotheca setzt sich seit Jahren für die Standardisierung ein und hat das so genannte Dänische Datenmodell mitentwickelt. Seit 2006 initialisiert Bibliotheca seine RFID-Chips nur noch nach dem Dänischen Datenmodell.
- Welche Felder werden unter Berücksichtung des Dänischen Datenmodells beschrieben?
Das Dänische Datenmodell sieht einige Pflichtfelder vor, um die Kompatibilität sicher zu stellen.
- Status AFI: informiert über den aktuellen Ausleihstatus und dient zur Sicherung im Gate.
- Data model version: informiert über die aktuell verwendete Datenmodell-Version.
- Type of usage: informiert über die Verwendung des Mediums/Labels.
- Parts in item: informiert über die Anzahl der Bestandteile eines Medienpaketes.
- Part number: nennt konkret Bestandteilnummer eines Medienpaketes.
- Primary item ID: ist eine eindeutige Nummer zur Objektidentifizierung.
- CRC: Checksumme zur Verifikation der Daten.
- Country of owner library: Landesspezifische Zugehörigkeitskennung für die Fernleihe.
- Owner library: Bibliotheksspezifische Zugehörigkeitskennung für die Fernleihe nach ISO/FDIS 15511 (ISIL). - Warum setzt sich Bibliotheca für den Einsatz und die Zertifizierung des Dänischen Datenmodells ein?
Bibliotheken und ihre Systeme sind auf eine langfristige Nutzung angelegt. Daher müssen durch den Einsatz von nicht-proprietären, standardisierten RFID-Systemen Abhängigkeiten von bestimmten Dienstleistern und Herstellern vermieden werden. Zugleich sollten aber kurz- und langfristige Neuentwicklungen auf dem RFID-Sektor in ein Update der Bibliothekssysteme einfließen können. Da die Budgets der Bibliotheken limitiert sind, ist genau abzuwägen, welche Speichergrößen aus Betriebsgründen des Systems wirklich notwendig sind. Die Datenmenge sollte genau definiert sein, um möglichst kleine Chips verwenden zu können. Wenn Chips von unterschiedlichen Herstellern eingesetzt werden, soll die Sicherung im Gate dennoch gewährleistet sein. Daher müssen alle Chips zueinander kompatibel sein. Zudem darf die Chip-Technik dem Interlibrary Loan keine Grenzen setzen. Wenn die Definition der Datenablage im Chip für alle Bibliotheken gleich strukturiert ist und die Nummernvergabe einen möglichst geringen Verwaltungsaufwand darstellt, sind das ideale Voraussetzungen.
- Was heißt AFI?
AFI ist die Kurzform für Application Family Identifier. Konkret handelt es sich um ein Byte auf einem Chip, das Bestandteil des ISO Standards 18000-3 ist und im Dänischen Datenmodell als Sicherungsbyte verwendet wird. Die einheitliche Verwendung des AFI-Bytes stellt sicher, dass die Sicherungsfunktion im Gate bei RFID-Chips von unterschiedlichen Herstellern kompatibel ist.
- Was bedeutet EAS?
EAS ist generell die Kurzform für Electronic Article Surveillance und ist eine Form der Mediensicherung unabhängig von RFID-Standards.
Zudem gibt es das EAS-Bit, das vergleichbar zum AFI-Byte ein Bestandteil eines RFID-Chips ist. Der Einsatz dieses EAS-Bits gewährleistet allerdings keine offene RFID-Lösung. Im Gate kann zwar ein Alarm ausgelöst werden, eine einfache Auflistung der Alarm verursachenden Items ist jedoch nicht möglich.
