Wiener Städtische Büchereien
Das Haupthaus und die Zweigstelle Philadelphiabrücke der Büchereien der Stadt Wien haben mit einem Software-Update die Grundlagen geschaffen, um den gesamten Medienbestand standardisieren zu können. Bei der Einführung von RFID in Wien im Jahre 2003 wurden die Medienchips mit einem damals aktuellen Datenmodell beschrieben. Mittlerweile wurde das Dänische ISO Datenmodell entwickelt, das deutlich weniger Speicherkapazität benötigt und effizienter arbeitet: heute ein weltweiter Standard.
Im ersten Schritt hat Bibliotheca RFID Library Systems in Wien ein Software-Update durchgeführt, das zwei wesentliche Aspekte sicherstellt: Erstens kann das BiblioChip RFID-System unterschiedliche Datenmodelle gleichermaßen reibungslos lesen und verarbeiten. Und zweitens können veraltete Datenmodelle mit softwareeigenen Funktionalitäten automatisch auf das neue, aktuelle Dänische ISO Datenmodell konvertiert werden. Diese Konfigurationsänderung, konvertieren „on the fly“ genannt, wird via Remoteschaltung aktiviert und läuft selbständig im Hintergrund bei jeder Medienverbuchung ab, bis der gesamte Bibliotheksbestand auf das modernste Datenmodell umgestellt ist.
Essenziell ist dabei: Das neue Datenmodell wird nicht nur gelesen, sondern die Chips werden mit dem neuen Datenmodell beschrieben, sozusagen aktualisiert. Die gegenwärtigen Standardisierungsrichtlinien werden so eins zu eins umgesetzt. „Langfristig bringt das der Bibliothek enorme technische Vorteile und sichert den Datenbestand grundlegend. Wäre eine Software installiert, die lediglich das Verarbeiten der diversen Datenmodelle ermöglicht, wäre eine hundertprozentige Kompatibilität mit anderen Systemen in der Zukunft nicht garantiert“, erläutert CTO Christian Camenzind. In einem zweiten Schritt wurde die Hardware, sprich die Leistungen der Lesegeräte und die Antennenkonfiguration, entsprechend auf einen Nenner gebracht. Die Ringlabels der CDs/DVDs können gleichermaßen wie die Bücherlabels nun perfekt erkannt und verarbeitet werden.
Zwanzig Prozent der 360.000 Medien in der Hauptbücherei sowie der 70.000 Medien in der Philadelphiabrücke bestehen aus AV-Medien, insbesondere CDs und DVDs. „Dank einer hervorragenden Zusammenarbeit verlief dieses Projekt für beide Seiten äußerst effizient und professionell“, betont Eva Oberleitner, RFID-Verantwortliche im EDV-Referat der Büchereien Wien. Und weiter: „Durch den Einsatz der neuen 1-kbit-Chips von Philips können wir deutlich Kosten sparen und sind zudem up to date."
In kürzester Zeit wurden 8 öffentliche Thekenarbeitsplätze, 12 interne Thekenarbeitsplätze sowie 12 Selbstverbucher auf den neusten Stand gebracht. Bestehende Kunden-Konfigurationen auf den Selbstverbuchungsstationen konnten ohne weiteres übernommen werden. Auch das Arbeiten mit der Bibliothekssoftware von BOND blieb davon unberührt.
Diese Erfolge tragen Früchte: „Wir freuen uns, dass ab Juni 2007 drei weitere Zweigstellen auf das BiblioChip RFID-System umgestellt haben“, ergänzt Torsten Daseler, Projektmanager Bibliotheca RFID. Die Erdbergstraße (38.000 Medien), Bernoullistraße (51.400 Medien) und Perchtoldsdorferstraße (38.000 Medien) sind für ihre Bezirke zentrale Institutionen und zählen zu den meistbesuchten Zweigstellen. Während der Sommermonate wurden die Installationen sukzessive abgeschlossen, so dass ab September 2007 die Besucher sowie die Mitarbeiter von der neuen Technologie profitieren konnten.
Weitere Infos unter www.buechereien.wien.at.
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